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Was ist die Brailleschrift?
Die Brailleschrift ist ein anderer Name für die Blindenschrift.
Sie ist nach ihrem Erfinder Louis Braille benannt. Sie stellt die einzelnen Buchstaben in erhöhten Punkten dar. Der Blinde kann die
Buchstaben mit den Fingerspitzen ertasten. Man nennt die Brailleschrift auch kurz "Braille".
Was ist die Schwarzschrift?
Blinde nennen die Schrift der Sehenden Schwarzschrift.
Wie arbeiten Blinde und Sehbehinderte am Computer?
Sehbehinderte: Vergrößerungsprogramm, Monitor und Lesekamera
Damit die Arbeit am PC möglich ist sind spezielle Hilfsmittel nötig.
Sehbehinderte arbeiten meist mit einem großen Monitor (ab 19-Zoll, meist TFT-Monitor) und einem Vergrößerungsprogramm.
Ein Vergrößerungsprogramm liegt wie eine Lupe über der gesamten Bildschirmoberfläche und vergrößert somit alles, auch die
Menüzeilen.
Vergrößerungsprogramme sind wie Officeprogramme zu- und wegschaltbar, sodaß Sehbehinderte und Normalsichtige
EDV-Benutzer am selben PC arbeiten können.
Es gibt auch Vergrößerungsprogramme die mit Sprachausgabe arbeiten, was bedeutet, daß der entsprechende Text vorgelesen
wird.
Eine Lesekamera oder Lesegerät vergrößert einer sehbehinderten Person alle Schriftstücke in Schwarzschrift oder handgeschriebene
Schriftstücke.
Blinde: Braillezeile, Screenreader, Scanner
Blinde benötigen zur Arbeit am PC eine sogenannte "Braillezeille".
Die Braillezeile übersetzt dem Blinden den auf dem Bildschirm sichtbaren Text in die Brailleschrift. Sie heißt Zeile, weil Blinde damit
jeweils nur eine Zeile der Bildschirmoberfläche lesen können.
Das Computerprogramm, welches Blinden die Bildschirminhalte "übersetzt" nennt man Screenreader. Ohne einen Screenreader kann
eine Braillezeile nicht arbeiten und der blinde Anwender erhält keinerlei Informationen vom Bildschirm.
Auch hier gibt es - wie bei den Vergrösserungsprogrammen - die zusätzliche Möglichkeit einer Sprachausgabe.
Mittels eines Scanners und dem dazugehörigen Texterkennungsprogramm können Blinde die Schwarzschrift lesen.
Handgeschriebenes erfasst ein Scanner allerdings nicht.
Was kosten Hilfsmittel?
Was Hilfsmittel kosten hängt natürlich sehr von der Art des Hilfsmittels ab.
Wenn nur ein Vergrößerungsprogramm gebraucht wird so kostet dies logischerweise weniger als eine komplette Blindenausstattung mit einer Braillezeile und diversem Zubehör.
Hier eine Summe zu nennen erscheint uns aber nicht seriös.
Für genauere Auskünfte bezüglich Hilfsmittel wenden Sie sich bitte an Herrn Herbert Hametner, den Technikassistenten, oder an die jeweiligen Hilfsmittelfirmen.
Muss ich als Arbeitgeber das Hilfsmittel finanzieren?
Nein. Wenn Sie als Arbeitgeber eine behinderte Person einstellen möchten, deren Grad der Behinderung 50% von Hundert ist oder
überschreitet, werden die erforderlichen Hilfsmittel vom Bundessozialamt, teilweise mit Untersützung weiterer Sozialversicherungsträger
finanziert.
Alles was Sie als Arbeitgeber zur Verfügung stellen müssen, ist das, was auch eine nichtbehinderte Person zum Arbeiten benötigen
würde. Der Rest gilt als Hilfsmittel und wird somit finanziert.
Wer finanziert private Hilfsmittel?
Personen, die für die Arbeit Hilfsmittel zum Lesen und EDV-Arbeiten benötigen, brauchen diese meist auch für Zuhause.
Die Situation rund um potentielle Förderer sieht hier aber anders aus als bei den sogenannten "Arbeitsplatzausstattungen".
In Wien werden Privataustattungen über das Fonds Soziale Wien (FSW) finanziert. Für die Bearbeitung Ihres Antrages ist auch ein Gespräch mit Herrn Hametner, dem technischen Assistenten, notwendig. Er informiert sie aber auch gerne vorab über den Ablauf einer Antragstellung.
In NÖ beantragen Sie private Hilfsmittel über den Sozialhilfeantrag (Achtung! Kreuzen Sie auf dem Formular: „Hilfe für Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ an!) und reichen Sie diesen bei Ihrer Bezirkshauptmannschaft (Sozialabteilung) ein.
Bei den privaten Hilfsmitteln kann es immer wieder vorkommen, dass Ihnen einen Selbstbehalt bleibt. Je nach Größe dieses Selbstbehaltes ist es notwendig noch Unterstützung von anderen Einrichtungen zu beantragen. In Wien steht Ihnen auch hier Herr Hametner zur Verfügung. In NÖ helfen Ihnen die SozialarbeiterInnen des ÖBSV sowie die BeraterInnen der Hilfsgemeinschaft gerne weiter.
Wie sehen Blinde und Sehbehinderte?
Diese Frage wird sehr oft gestellt.
Eine einfache Antwort ist aber nicht möglich. So verschieden wie die Augenerkrankungen, so verschieden sind auch die Arten, wie die
Umwelt wahrgenommen wird.
Die prozentuale Einschätzung, die im Behindertenpass angegeben wird, ist hier aber oft irreführend.
So. z.B. ist es möglich, dass jemand mit 80% hochgradig sehbehindert ist aber trotzdem noch scharf sehen kann. Das einfachste
ist, die betreffende Person einfach zu fragen und sich so mit der Situation auseinanderzusetzen.